Tage der Agrarökologie
Ausstellung: Vielfalt statt Gentechnik
Im Rahmen der «Tage für Agrarökologie» kreieren wir einen offenen Raum, in dem wir zum Dialog über Vielfalt und Gentechnik einladen.
Für eine Welt ohne Gentechnik
IBAN: CH07 0900 0000 8000 0150 6
Schweizer Allianz Gentechfrei, 8032 Zürich
Die SAG beobachtet die Entwicklungen in der Nanotechnologie bei Lebensmitteln, Gebrauchsartikeln und in der Landwirtschaft seit Längerem kritisch. Ausführliche Informationen dazu auf der Unterseite Nanotechnologie.
13.3.2012 | Schadensfälle

Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera).
Bild: de.wikipedia.org
22 Pflanzenwissenschaftler in den USA weisen in einem Brief an die US-amerikanische Umweltbehörde EPA darauf hin, dass sich die Wirksamkeit des insektenresistenten Mais gegen den Maiswurzelbohrer in einem bedrohlichen Ausmass verringert. Dies mit der Folge, dass die Pflanzen wieder geschädigt werden und die Ernte signifikant kleiner ausfällt. Der Produzent dieser Gentech-Maissorten, Monsanto, sieht kein wesentliches Problem und rät den Bauern, beim Anbau mit anderen Gentech-Pflanzen zu rotieren oder Insektizide einzusetzen. Die Wissenschaftler warnen hingegen vor zusätzlichem Insektizid-Einsatz, denn dies treibe die Kosten für die Landwirte in die Höhe und zeige, dass der Einsatz von Gentech-Mais nicht mehr den Sinn erfülle, vor Schädlingen zu schützen.
externer Link: Reuters
externer Link: Informationsdienst Gentechnik
12.3.2012 | EU

Die EU ringt nach einer Lösung für nationale Anbauverbote von Gentech-Pflanzen in der Landwirtschaft.
Der neueste Vorschlag ist im Umweltministerrat gescheitert. Bild: de.wikipedia.org
Zehn EU-Länder, darunter Deutschland und Frankreich haben derzeit nationale Verbote erlassen. Sie berufen sich auf Gefahren für die Umwelt, obwohl diese Begründung in Brüssel grundsätzlich nicht akzeptiert wird. Seit dem Sommer 2010 wird nach anderen Lösungen für nationale Anbauverbote gesucht. Das Europäische Parlament hatte am 5. Juli 2011 einen Vorschlag eingebracht, der den EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit eines rechtsicheren und umfassenden Verbots von Gentech-Pflanzen eingeräumt hätte. Der so genannte Lepage-Bericht stellte eine deutliche Verbesserung zum ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission von 2010 zur Änderungen des Gentechnikrechts dar, kam aber nicht zur abschliessenden Behandlung im Ministerrat. Inzwischen hat die dänische Ratspräsidentschaft einen anderen Vorschlag eingebracht. Doch dieser umstrittene Vorschlag hat nun im EU-Umweltministerrat keine ausreichende Mehrheit erzielt. Nach dem Vorschlag der Ratspräsidentschaft hätten sich Gentechnik-Saatgut-Produzenten wie Monsanto direkt mit den Mitgliedsstaaten über ein Anbau-Verbot im jeweiligen Land einigen sollen. Die EU-Mitgliedsstaaten dürfen also weiterhin den Anbau auf ihrem Gebiet aus politischen oder sozioökonomischen Gründen nicht verbieten.
externer Link: Informationsdienst Gentechnik
externer Link: Transgen.de
7.3.2012 | Deklaration

Bild: en.wikipedia.org
Die USA sind eine der wenigen westlichen Staaten, die keine Kennzeichnung von Gentech-Lebensmittel kennen. In tausenden Produkten in US-amerikanischen Geschäften werden Lebensmittel mit Gentech-Bestandteilen verkauft, ohne dass die Konsumentinnen und Konsumenten die Wahlfreiheit haben. US-Biotechfirmen wie Monsanto möchten, dass dies so bleibt. Kürzlich wurde aber die bisher umfangreichste Petition zu Lebensmitteln in den USA eingereicht: 850'000 Leute verlangen die Deklaration. Inzwischen beabsichtigen mindestens 18 US-Bundesstaaten die Kennzeichnung von Gentech-Lebensmitteln gesetzlich einzuführen.
externer Link: STLtoday.com
externer Link: Center for Food Safety
externer Link: Organic Consumers Association
5.3.2012 | Schadensfälle

Bt-Mais sollte ausschliesslich giftig für den Zielorganismus wie beispielsweise den Maiszünsler sein. Nicht-Zielorganismen wie die Marienkäfer sollte er aber nicht schädigen. Bild: Gerd Spelsberg / www.biosicherheit.de
Eine Publikation von Forschern der ETH Zürich zeigt, dass das von Gentech-Pflanzen produzierte Bt-Toxin Cry1Ab für Marienkäferlarven schädlich ist. Der Marienkäfer ist ein Nicht-Ziel-Organismus, der vom Gentech-Mais nicht geschädigt werden sollte. Die Diskussion um die Schädigung von Marienkäfern und anderen Nicht-Zielorganismen durch Bt-Toxine wird seit Jahren von einem Expertenstreit geprägt. Es werden abwechselnd Untersuchungen veröffentlicht, welche die jeweiligen Ergebnisse der einen oder anderen Seite widerlegen sollen. Die nun veröffentlichte Studie hat die Kritikpunkte aufgenommen und zeigt, dass die Gegenstudien, die für keine Effekte auf Marienkäfer plädieren, ein anderes Testverfahren anwendeten, das nicht zu gleichen Ergebnissen führen kann. Ausserdem wurden frühere Untersuchungen wiederholt und kommen erneut zu dem Ergebnis, dass das Bt-Toxin zu einer erhöhten Sterblichkeit bei den Marienkäfer-Larven führt.
externer Link: Environmental Sciences Europe
externer Link: Informationsdienst Gentechnik
1.3.2012 | Saatgut

Bild: www.transgen.de
Im Jahre 2007 hatten deutsche Behörden in mehreren Bundesländern angeordnet, Pflanzen umzubrechen, weil das Raps-Saatgut mit in der EU unbewilligtem GVO verunreinigt war. Die Landwirte klagten gegen diese kostspielige Anordnung. Die meisten Klagen wurden zurückgewiesen. Der hessische Verwaltungsgerichtshof gab einem Kläger jedoch recht. Der Umbruch sei rechtswidrig, weil die Aussaat der GVO nicht beabsichtigt war. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass mit unbewilligten Gentech-Pflanzen verunreinigte Felder doch umgebrochen werden müssen. Die ist auch dann der Fall, wenn der Landwirt von der Verunreinigung nichts wusste, weil die Untersuchungsergebnisse erst nach der Aussaat bekannt wurden. Die gentechnikfreie Landwirtschaft bleibt damit vor nicht zugelassenen Gentech-Pflanzen geschützt.
externer Link: Bundesverwaltungsgericht
externer Link: Informationsdienst Gentechnik
28.2.2012 | Freisetzungen

In Deutschland werden regelmässig Freisetzungsversuche gestört oder zerstört. Ankunft am Versuchsfeld: Die KWS Mitarbeiter erreichen ein besetztes Feld.
Bild: KWS SAAT AG, www.kws.de
Im Januar 2012 hatte BASF Plant Science angekündigt, dass sie ihre Aktivitäten im Bereich der Pflanzenbiotechnologie auf die Hauptmärkte in Nord- und Südamerika konzentriert. Es fehle in weiten Teilen Europas die Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker. Nach der BASF zieht sich nun auch das Saatgutunternehmen KWS Saat AG mit ihren Freisetzungsvorhaben aus Deutschland zurück. Dies verkündete die Geschäftsleitung an einer Pressekonferenz. Die Versuche sollen zukünftig in Ländern wie den USA stattfinden, wo ein freundlicheres Klima hinsichtlich der Gentechnik herrscht.
externer Link: HNA.de: KWS-Saat verzichtet auf Freilandversuche in Deutschland
externer Link: KWS Saat AG