Im 2021 wurde in Japan die erste CRISPR-Tomate der Firma Sanatech Seed für den Markt zugelassen. Die Früchte der Sorte «Sicilian Rouge High GABA» enthalten sieben bis fünfzehn mal so viel γ-Aminobuttersäure wie handelsübliche Tomaten. Mit der Genschere CRISPR/Cas wurde die Funktion mehrerer Gene unterdrückt, die einen regulierenden Einfluss auf den Gehalt von GABA haben. In den Tomatenpflanzen hat GABA viele unterschiedliche Funktionen. Zum Beispiel beeinflusst sie das Wachstum der Pflanzen, die Resistenz gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten und hat mehrere Stoffwechselfunktionen. Somit kann der Eingriff in die Regulierung der GABA-Produktion – auch wenn keine Fremdgene eingefügt wurden – weitreichende Nebeneffekte bei Stoffwechsel und Wachstum haben. Ein Einfluss auf die Verträglichkeit der Früchte kann auch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Trotz allen Bedenken wird die Tomate von den Herstellern als gesundheitsförderndes, modernes Lifestyleprodukt angepriesen. Denn GABA ist eine natürliche Aminosäure, die beim Verzehr den Blutdruck senkt und den Schlaf fördert. Weiter als über diese kurzfristigen Auswirkungen wird aber nicht nachgedacht.
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Links
- externer Link: Informationsdienst Gentechnik: Lebensmittel
- externer Link: BLV: Bewilligung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)
- externer Link: Buchbestellung: Sicherheitsrisiko Gentechnik
- externer Link: Global 2000: Genlebensmittel. Was Sie darüber wissen sollten
Rechtliche Grundlagen
- externer Link: Gentechnikgesetz
- externer Link: Lebensmittelgesetz
- externer Link: Verordnung des EDI über gentechnisch veränderte Lebensmittel (VGVL)
- externer Link: Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände-verordnung (LGV)
- externer Link: Bio-Verordnung
- externer Link: BLV: GVO-Erzeugnisse bei Lebensmittel
- externer Link: Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2003 über genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel (2003/1829/EG)