Wird das Erbgut von Pflanzen gentechnisch so verändert, dass sie artfremde Proteine oder andere, für die Industrie oder die Medizin wichtige Substanzen produzieren, die sonst nur aufwendig und teuer herzustellen wären, so spricht man von Molecular Farming (molekulare Landwirtschaft). Die Technologie zielt darauf ab, den Produktionsumfang des Pflanzenanbaus zu nutzen, etwa um tierische Proteine kostengünstiger als in Bioreaktoren herzustellen. Mit anderen Worten: Die Pflanze wird zum Bioreaktor. Die Technologie ist mittlerweile über 30 Jahre alt. Die frühen Versprechungen wie Skalierbarkeit und Sicherheit (z. B. keine tierischen Krankheitserreger im Endprodukt) führte zu einer Flut von Forschungsprojekten, dementsprechend wurden auch zahlreiche Start-ups gegründet. Doch der Erfolg blieb mässig, vor allem bei nicht-pharmazeutischen Substanzen. Selbst bei den letzteren (Impfstoffe, Antikörper und medizinische Proteine) erwiesen sich Pflanzen im Vergleich zu anderen Produktionsformen als weniger effizient. Das Molecular Farming ist ein Forschungsgebiet, das, wie viele andere mit dem Aufkommen der Genschere CRISPR/Cas derzeit einen Boom erlebt. Die Versprechungen und Hoffnungen, die damit verbunden sind, bleiben jedoch die gleichen, ebenso wie die Risiken.
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