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Mexiko gilt als Wiege des Maises. Aus einem Ur-Mais züchteten die Azteken Tausende von Varietäten. 1998 führte Mexiko, ähnlich wie die Schweiz, ein GV-Anbau-Moratorium ein, um die genetische Vielfalt dieser Sorten zu schützen, die ein wertvolles Reservoir für die Pflanzenzüchtung darstellen. Als das Moratorium 2009 auslief, stellten mehrere Agrarkonzerne Gesuche für eine versuchsweise Aussaat. Doch dagegen formierte sich Widerstand. Das Jahr 2013 wurde zum Jahr des Widerstands gegen den Gentechmais mit Grossdemonstrationen, Petitionen und einem Hungerstreik. Seither ist der GV-Anbau in Mexiko verboten. Trotzdem werden immer wieder Kontaminationen entdeckt, die auf illegale Importe und Freisetzungsversuche zurückgeführt werden.

Die SAG lancierte im Jahre 2002 mit ihren Partnerorganisationen die Gentechfrei-Initiative. Auslöser war die Debatte zur Gen-Lex (später Gentechnikgesetz). Alle Anläufe für ein Gentechnikgesetz liefen im Parlament ins Leere. Einen Teil dieser Debatte hat der Dokumentarfilm «Mais im Bundeshuus» nachgezeichnet und die grüne Nationalrätin und damalige SAG-Präsidentin Maya Graf berühmt gemacht. Die Gentechfrei-Initiative forderte ein Anbaumoratorium von fünf Jahren. Die Initiative kommt 2005 zur Abstimmung und wird mit 55,7 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Dieses Moratorium wurde inzwischen dreimal verlängert.

Gemäss einer Befragung für die Univox-Umwelt-Studie aus dem Jahre 2015, nehmen fast drei Viertel (70 Prozent) der Befragten die Gentechnik in der Lebensmittelherstellung als Gefahr war. Dabei erachten Westschweizer (74 Prozent), Frauen (75 Prozent), Personen zwischen 40 und 64 Jahren (73 Prozent) und Personen mit niedrigem Einkommen bis 4000 Franken (78 Prozent) Gentechnik in Lebensmitteln besonders häufig als Gefahr. Bezüglich Parteizugehörigkeit zeigt sich, dass Sympathisanten der SVP die Gentechnik ebenso häufig als grosse Gefahr betrachten wie jene der GLP (jeweils 71 Prozent). Nur Sympathisanten von der SP und den Grünen erachten die Gefahr von Gentechnik als noch grösser.

Externer Link: Univox-Umwelt-Studie 2015

Als gentechnisch verändert zählen nach Schweizer Recht jene Organismen, deren «genetisches Material so verändert worden ist, wie dies unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt». Gentech-Pflanzen benötigen aus Sicherheitsgründen für die Freisetzung eine explizite Bewilligung. Es muss zum Beispiel sichergestellt sein, dass sie die biologische Vielfalt nicht beeinträchtigen und sich oder ihre Eigenschaften sich nicht in unerwünschter Weise verbreiten. Solche Risikoabklärungen dauern für die Hersteller lange und sind teuer. Deshalb fordert die Gentech-Lobby, dass Pflanzen, die mit den neuen gentechnischen Verfahren hergestellt werden, nicht als Gentech-Pflanze betrachtet werden und somit nicht dem Gentechnikgesetz unterstellt sind.

Externer Link: Gentechnikgesetz

Geplante oder auch programmierte Obsoleszenz: Obsoleszenz bedeutet Veralterung. Die Geplante Obsoleszenz ist ein Mittel der Industrie, die Wirkungs- oder Funktionsdauer eines Produkts geplant zu begrenzen. Ein bekanntes Beispiel für die beabsichtigte Verkürzung der Lebensdauer von Produkten sind Drucker und Druckerpatronen, die das Ende ihrer Lebensdauer oft nicht nach tatsächlichem Verbrauch oder tatsächlicher Nutzung erreichen, sondern nach einem vom Hersteller festgelegten Zeitraum oder einer bestimmten Seitenzahl.

Der gemeinnützige Verein «Getreidezüchtung Peter Kunz» setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft ein und ist seit 35 Jahren in der biodynamischen Züchtung aktiv. Ihre Sorten haben sich zu den Standards im heutigen Markt entwickelt. Wichtiger Bestandteil der Entwicklung ihrer neuen Sorten ist die Zusammenarbeit mit Bauern und Bäuerinnen. Neben der Züchtung von qualitativ hochwertigen Sorten engagiert sich das Unternehmen u.a. auch zu Fragen des Sortenschutzes (Patentierung). Verarbeitung und Vermarktung von Saatgut gehören auch zum Aufgabenkatalog. Da Bio-Saatgut sich nicht kostendeckend züchten lässt, ist eine Eigenfinanzierung unmöglich - die Organisation stützt sich deshalb auf Kooperationen in der Wertschöpfungskette sowie Spenden.