Nanotechnologie

160915 Nanotech Broschure Baden Wurttemberg
Bild: www.nanoportal-bw.de

Das Projekt Nano-Dialog in Baden-Württemberg diskutiert mit Akteurinnen aus Wirtschaft, Forschung und Politik, sowie mit Verbrauchern Vorteile und mögliche Risiken der Nanotechnologie. Ziel des Nano-Dialogs ist, mit Konsumentinnen und Konsumenten in einen Dialog über Chancen und Herausforderungen der Nanotechnologien zu treten. Eine neue Broschüre „Nano-Dialog Baden-Württemberg – Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher“ dokumentiert auf 52 Seiten alle Aspekte des Nano-Dialogs Baden-Württemberg. Die Broschüre ist kostenlos verfügbar.

160719nano

Die französische Umweltorganisation “Agir pour l’environnement” hat in Marktprodukten nicht gekennzeichnete Nanomaterialien gefunden. Bild: Agir pour l’environnement

In der EU gibt es gemäss Euractiv keine Lebensmittelprodukte, welche mit dem Wort “Nano” deklariert sind. Bedeutet dies tatsächlich, dass keine nanohaltigen Lebensmitttel auf dem EU-Markt sind? Die französische Umweltorganisation “Agir pour l’environnement” hat nun Marktprodukte untersuchen lassen, bei welchen keine Nano-Kennzeichnung angebracht war. Analysiert wurden vier typische und häufige angepriesene Produkte: Schokoladenbiskuits, Kaugummi, eine Fleischkonserve und ein Guacamole Avocado-Dip. Das beauftragte nationale französische Analyselabor (Laboratoire national de métrologie et d'essais) fand in den Biskuits, Kaugummis und der Fleischkonserve Nano-Titandioxid und in der Guacamole Nano-Siliziumdioxid. Es handelt sich um die E-Stoffe E171 und E551.

Bild FoEE Babyprodukte1
Bild: http://www.foe.org.

Die Nanotechnologie ist eine rasch expandierende Multi-Milliarden-Industrie. Weit über 1000 Produkte, welche aus Nanomaterialien bestehen oder diese enthalten, sind bereits auf dem Markt. Darunter sind viele Publikumsprodukte wie Sonnencremen, Kosmetika, Farben, Lacke, Reinigungsmittel, aber auch Geräte wie Kühlschränke oder Sportartikel. Laut der NGO Friends of the Earth (FoE) finden sich im Bereich von Babyprodukten Nanomaterialien in Hautpflegemitteln, Sonnencremen, Lebensmittelbehältern, Schnullern, Beissringen, Bettdecken, Spielzeugen, Kuscheltieren, Schoppenflaschen, Zahnbürsten, Kinderwagen, Latzhosen oder Leibchen.

160511Nano
Bild: http://www.bag.admin.ch

Heute befindet sich bereits eine Vielzahl von Nanoprodukten in unterschiedlichen Anwendungen auf dem Markt. Auf der Webseite des Bundes zur Nanotechnologie ist neu eine Rubrik zur Nanotechnologie im Alltag zu finden. Man findet Informationen zu einigen typischen Anwendungsbereichen. Der Begriff „Nano“ wird erläutert und der Unterschied von natürlichen und synthetischen Nanomaterialien wird illustriert. Zudem wird auf Datenbanken (Produktinventare) sowie auf Produktelisten und Marktstudien verwiesen.

Bild Nanoabfalle 1904162
Bild: http://innovationsgesellschaft.ch.

Die zunehmenden Anwendungen von Nano-Produkten führen dazu, dass Abfälle mit Nanomaterialien immer häufiger anfallen. Heute werden Nanomaterialien beispielsweise bereits in Textilien, Kosmetika, Farben, Kunststoffen, Lebensmitteln oder der Medizin eingesetzt. In Zukunft werden Nanomaterialien in weiteren Bereichen wie der Landwirtschaft, dem Fahrzeugbau oder der Energie- und Umwelttechnik zu finden sein. Bei der Entsorgung von Produkten mit den verschiedensten Arten von Nanomaterialien können Mensch und Umwelt durch möglicherweise gefährliche nanoskalige Stoffe belastet werden.