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Gentech-News 417/2019

Mittwoch, 05. Juni 2019

 

GTN417.1 Grossbritannien: Designer-Bakterium aus dem Computer

Forscher haben ein Bakterium mit dem bislang grössten künstlich hergestellten Genom erschaffen. Mithilfe der Genschere CRISPR wurde die ursprüngliche genetische Information in einem Kolibakterium nach und nach ersetzt. Das so entstandene Designer-Bakterium besitzt ein vollständig synthetisches Genom. Es soll die Herstellung von Medikamenten vereinfachen und sogar Stoffe produzieren, die die Zelle sonst nicht herstellt. Dass die Technologie nicht nur für friedlich-wirtschaftliche Zwecke genutzt werden kann, sondern auch Potenzial zum Missbrauch hat, sei ihnen bewusst, schreiben die Forscher. (Tages-Anzeiger 19.5.19/APA-Science 16.5.19)


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GTN417.2 Gene Drives mit grösster Vorsicht behandeln

Gene Drives müssen mit grösster Vorsicht behandelt werden. Zu diesem Schluss kommt der Report der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW), den Critical Scientists Switzerland (CSS) und des European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER). Es gebe erhebliche Wissenslücken und viele Erwartungen bezüglich Gene Drives seien unrealistisch. Die Technik sei im Sinne des Vorsorgeprinzips zum jetzigen Zeitpunkt nicht einsatzfähig. Solange es keine wirksame, rechtsverbindliche internationale Regelung und keine aufrichtige Einbindung der Öffentlichkeit gebe, sollten Gene-Drive-Organismen nicht freigesetzt werden, folgern die Autoren. (Tagesspiegel 21.5.19/SAG)


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GTN417.3 EU: Verbände warnen vor Zulassungswelle bei GV-Pflanzen

Mehr als 40 Verbände haben den europäischen Gesundheitskommissar gebeten, bis zum Ende der Legislaturperiode im Oktober keine weiteren gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Europa zu genehmigen. 12 GVO, darunter Mais, Baumwolle und Sojabohnen, stehen demnach kurz vor der Zulassung. Laut einer Tabelle der Grünen hat die EU-Kommission in ihrer Amtszeit bereits den Import von 24 GVO erlaubt - gegen das ausdrückliche Votum des EU-Parlaments. Insgesamt dürfen nach Angaben der Organisation Testbiotech derzeit fast 70 Gentechnik-Pflanzen nach Europa importiert und in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden. (Informationsdienst Gentechnik, 28.5.19)


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GTN417.4 March against Bayer und Syngenta

2000 Menschen nahmen am 18. Mai in Basel an der fünften Demonstration gegen die zerstörerische Macht der Agrochemiekonzerne teil. Auch die SAG ging für eine ökologischere und sozialere Landwirtschaft auf die Strasse. Im Zentrum der Demonstration stand die durch die industrielle Landwirtschaft befeuerte Klimaveränderung und das bedrohlich voranschreitende Insektensterben. Der Protest ist Teil einer weltweiten Bewegung: in zahlreichen anderen Ländern Europas aber auch auf anderen Kontinenten fanden ähnliche Kundgebungen statt. (Basellandschaftliche Zeitung, 18.5.19/Badische Zeitung, 20.5.19)


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GTN417.5 Gentechnikfreies Vitamin B2 für die Tierhaltung

Zusammen mit dem Forschungsinstitut für Biologischen Landwirtschaft (FiBL) hat die Firma Agrano ein Bio-zertifiziertes Einzelfuttermittel mit hohem Gehalt an Vitamin B2 ohne Gentechnik entwickelt. Gentechnikfrei hergestelltes Vitamin B2 gab es bis vor kurzem nicht mehr. Denn im vergangenen Jahr hat auch der weltweit letzte grosse Anbieter von GV-frei hergestelltem Vitamin B2 auf Gentechnik umgestellt. Das von der Hefe Ashbya gossypii gebildete Futtermittel EcoVit R kann auch in der Bio-Produktion verwendet werden, wo jegliche Anwendung von Gentechnik verboten ist. (VLOG, 3.5.19)


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