Tage der Agrarökologie
Ausstellung: Vielfalt statt Gentechnik
Im Rahmen der «Tage für Agrarökologie» kreieren wir einen offenen Raum, in dem wir zum Dialog über Vielfalt und Gentechnik einladen.
Für eine Welt ohne Gentechnik
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Schweizer Allianz Gentechfrei, 8032 Zürich
Die SAG beobachtet die Entwicklungen in der Nanotechnologie bei Lebensmitteln, Gebrauchsartikeln und in der Landwirtschaft seit Längerem kritisch. Ausführliche Informationen dazu auf der Unterseite Nanotechnologie.
Dass der Forschungsstandort Schweiz bislang problemlos mit dem Verbot leben konnte, zeigen die Versuche im Reckenholz. Bild: SAG
Bei der Änderung des Gentechnikgesetzes besteht zwischen National- und Ständerat noch eine Differenz. Sie betrifft den Einsatz von Markergenen bei Freisetzungsversuchen. Bei diesen ist gemäss geltendem Recht die Verwendung von Markergenen aus Antibiotika, welche in der Human- und Veterinärmedizin eingesetzt werden, verboten. Der Bundesrat will dieses Verbot aufheben. Er wolle damit eine Entlastung für die Grundlagenforschung schaffen, schrieb er in seiner Botschaft zum Gentechnikgesetz. Die heutige Einschränkung hemme den internationalen Austausch von Material zwischen Forscherinnen und Forschern. Der Nationalrat hat sich bereits zwei Mal gegen die Aufhebung des Verbots solcher Markergene ausgesprochen, da ihre Anwendung zu riskant sei und es alternative Marker gäbe.
Auch in der Schweiz beherrschen Carlsberg und Heineken den nationalen Biermarkt. Unter der Vergabe von Patenten für Braugerste, Brauverfahren und Bier leiden nicht nur kleinere Brauereien, sondern auch Landwirte und Konsumenten. Bild: fotolia
Im November 2016 erklärte die EU-Kommission, dass sie Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung für nicht patentierbar hält. Das hat bisher jedoch keine Auswirkungen auf das Europäische Patentamt (EPA), welches trotz des Verbotes bereits über 100 Patente auf Tomaten, Brokkoli, Gerste und Bier erteilte. Doch nun regt sich Widerstand von Seiten der EU-Regierungen. Sie haben im Februar 2017 eine gemeinsame Initiative für eine Praxisänderung beschlossen. Mit einem offenen Brief an die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga fordern nun ProSpecieRara, SWISSAID und Public Eye, dass sich die Schweiz im Verwaltungsrat des EPA ebenfalls für eine geänderte Praxis bei der Patentvergabe einsetzt.
Heute haben die internationalen Richter des Monsanto-Tribunals ihr Rechtsgutachten vorgelegt.
Das Monsanto Tribunal ist eine internationale zivilgesellschaftliche Initiative. Es hatte sich zum Ziel gesetzt, die Geschäftspraktiken von Monsanto zu untersuchen und allfällige Verletzungen von Menschenrechten und Verstösse gegen Umweltgesetze aufzudecken. Die international anerkannten Richter hatten im vergangenen Jahr dazu Zeugenberichte von Opfern angehört und nun ein Gutachten erstellt. Ihr Bericht soll bei zukünftigen internationalen Gerichtsfällen zur Urteilsfindung beigezogen werden können, wie sie an der abschliessenden Präsentation ausführten. In ihrem abschliessenden Urteil kommen die Richter zum Schluss, dass Monsanto wiederholt Geschäftspraktiken anwendete, welche das Recht auf eine gesunde Umwelt, das Recht auf Nahrung und das Recht auf Gesundheit negativ beeinflusst und die Forschungsfreiheit eingeengt haben.
Der Schlussbericht des Nationalen Forschungsprogramms „Chancen und Risiken von Nanomaterialien“ liegt vor. Bild: nfp64
Das Nationale Forschungsprogramm „Chancen und Risiken von Nanomaterialien“ (NFP 64) hatte das Ziel, sowohl die Chancen als auch die Risiken synthetischer Nanomaterialien für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen zu identifizieren. Die Forschungsprojekte begannen im Dezember 2010 und die verfügbaren Finanzmittel für das NFP 64 beliefen sich auf 12 Millionen Franken für eine Forschungsdauer von fünf Jahren. Am NFP 64 beteiligten sich Forschungsgruppen aus verschiedenen akademischen Institutionen in der Schweiz. Fast 100 Forschende haben in den sechs Jahren des Programms über 150 Publikationen veröffentlicht.
Aktivistinnen und Aktivisten der Basler Bewegung «March against Monsanto & Syngenta» protestierten gegen die Übernahme von Syngenta vor deren Hauptsitz in Basel. Bild: Meret Buser
Nach der Fusion von Dow-Dupont bewilligte die Europäische Kommission auch die Übernahme Syngentas durch ChemChina. Und eine weitere Fusion steht an. Vor Jahresende muss die EU Behörde auch über die Fusion von Bayer und Monsanto entscheiden. Mit diesen Zusammenschlüssen würde die Konzentration in der weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutz-Branche bisher unerreichte Ausmasse annehmen. „Wir sind enttäuscht über den Entscheid der EU-Kommission. Anstatt die Macht der transnationalen Konzerne einzuschränken und die Demokratie zu stärken, lässt die EU-Kommission zu, dass das Oligopol der Agromultis weiter an Marktmacht gewinnt“, meint Ueli Gähler von der Organisation Multiwatch. In einem offenen Brief hatten 200 Organisationen aus ganz Europa, darunter die SAG, die EU-Wettbewerbskommissarin Ende März aufgefordert, die Auswirkungen der anstehenden Fusionen im Agrarbereich in ihrer Gesamtheit zu betrachten und abzulehnen.
Die Nanomedizin macht vermehrt Schlagzeilen: Nanomaterialien für Medikamente, Diagnostika und Implantate sollen im Gesundheitsbereich Fortschritte bringen. Bild: swissnexboston.org
Medikamente, die mittels traditioneller Gentechnik gewonnen werden, sind seit Jahren auf dem Markt. Die schweizerische Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel Swissmedic (Schweizerisches Heilmittelinstitut) publiziert regelmässig den Stand von Arzneimitteln, die mittels Gentechnik hergestellt wurden. Per Ende Februar 2017 enthält die Liste einige Hundert Einträge. Auch durch die Nanotechnologie erhofft man sich in der Medizin einen besonders grossen Nutzen. Nanopartikel werden bereits seit mehr als zehn Jahren in der Medizin verwendet und in Zukunft sind zunehmend nanotechnologisch hergestellte Medikamente zu erwarten.