Tage der Agrarökologie
Ausstellung: Vielfalt statt Gentechnik
Im Rahmen der «Tage für Agrarökologie» kreieren wir einen offenen Raum, in dem wir zum Dialog über Vielfalt und Gentechnik einladen.
Für eine Welt ohne Gentechnik
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Schweizer Allianz Gentechfrei, 8032 Zürich
Die SAG beobachtet die Entwicklungen in der Nanotechnologie bei Lebensmitteln, Gebrauchsartikeln und in der Landwirtschaft seit Längerem kritisch. Ausführliche Informationen dazu auf der Unterseite Nanotechnologie.
Neu entwickelte Mais-Sorten werden in Feldversuchen auf ihre Trockentoleranz getestet. Bild: WEMA
Water Efficient Maize for Africa (WEMA) ist eine Initiative, welche trockentolerante und schädlingsresistente Maissorten gegen den Hunger in Afrika entwickeln will. Das Ziel, eine stabilere Ernte bei trockenen Bedingungen gewähren zu können, soll unter anderem auch mit Gentechnik erreicht werden. Das African Centre for Biodiversity (ACBio) hat nun zusammen mit dem Third World Network einen Frage-Antwort-Katalog erstellt, welcher sich kritisch mit der WEMA auseinandersetzt. Problematisch ist laut den beiden Organisationen vor allem die öffentlich-private Partnerschaft, in welcher Monsanto stark beteiligt ist. Der Grosskonzern erhoffe sich ein lukratives Geschäft aus der Initiative.
Nanomaterialien kommen bei der Entwicklung sogenannter elektronischer Haut ("e-Skin") zur Anwendung. Bild: Someya Laboratory.
Manche Menschen sind sich bereits heute an den Fitness Tracker am Handgelenk gewohnt. Das Fitnessarmband überwacht die zurückgelegte Strecke, die Anzahl der Schritte, zählt die bewältigten Treppenstufen, berechnet die verbrannten Kalorien, wacht über den Schlafrhythmus und die Schlafqualität und gewisse Modelle überwachen die Herzfrequenz. Projekte mit nanotechnologischen Materialien streben heute an, neue Möglichkeiten für flexible und dehnbare Monitoring-Geräte zu realisieren, die direkt auf der Haut getragen werden. Man spricht in Fachkreisen von elektronischer Haut ("e-Skin"), epidermaler Elektronik oder elektronischer Tätowierung. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Mensch-Maschinen-Schnittstelle. Die auf der Haut befestigten Sensoren sollen als diagnostische Instrumente im Bereich der Medizin angewandt werden.
Die EU tut sich nach wie vor schwer mit der Regelung der neuen Gentechnik-Verfahren. Bild: fotolia
An einer Konferenz der EU-Kommission wurde letzte Woche in Brüssel darüber diskutiert, welche Rolle neue gentechnische Verfahren künftig für die europäische Landwirtschaft spielen könnten. Während die EU-Kommission die Führungsrolle der EU in der Forschung und Entwicklung neuer Tier- und Pflanzenzuchtstrategien mit Hilfe der neuen Verfahren stärken möchte, sprachen sich kritische Wissenschaftler, Verbraucherverbände und die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM) für eine Risikobewertung dieser Techniken zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit aus. Die Entscheidung, ob die neuen gentechnischen Verfahren künftig unter die Gentechnik-Gesetzgebung fallen, wird die europäische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion erheblich beeinflussen. Die EU-Kommission hat diese Entscheidung jedoch bisher immer wieder aufgeschoben.
Syngenta-Areal im Fricktal, Schweiz. Bild: Fotolia
Der Schweizer Saatgutkonzern Syngenta konnte nach jahrelangem Rechtstreit mit US-amerikanischen Maisbauern einen Vergleich abschliessen und sich auf eine Strafzahlung in unbekannter Höhe einigen. Das zuständige Gericht müsse den Entschädigungsfond aber vorerst noch genehmigen, teilt der Basler Grosskonzern mit. Bereits im Juni dieses Jahres musste Syngenta einem Urteil des Gerichtes des US-Bundesstaates Kansas nachkommen und 7'300 Landwirte mit insgesamt 218 Millionen US-Dollar entschädigen. Grund dafür war der von Syngenta verkaufte GV-Mais Agrisure Viptera. Dieser konnte während drei Jahren nicht nach China exportiert werden, da die chinesische Regierung dem gentechnisch veränderten Mais keine Zulassung erteilt hatte.

Die Produkte der neuen Gentechnik-Verfahren sind nach Beurteilung des Europäischen Netzwerk der Wissenschaftler für soziale und ökologische Verantwortung (ENSSER) gentechnisch veränderte Organismen und als solche streng zu regulieren. Der von den Befürwortern dieser Verfahren verwendete Begriff „Neue Pflanzenzüchtungstechniken“ sei irreführend schreibt ENSSER in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Die Folgen der neuen Techniken seien nicht kontrollierbar. Daher sei eine gründliche und wissenschaftlich unabhängige Risikobewertung unabdingbar. Eine Regulierung sei notwendig, konstatieren die 60 erstunterzeichnenden Wissenschaftler in ihrer ausführlichen Analyse. Zu behaupten, eine Regulierung sei überflüssig, werten sie als unaufrichtig und als unakzeptables Risiko für die öffentliche Gesundheit, die Umwelt und den Handel.
Die Langzeitfolgen der neuen Gentechnik-Verfahren für die biologische Vielfalt sind nicht abschätzbar. Bild: Fotolia
Testbiotech veröffentlichte im Vorfeld einer Konferenz in Brüssel einen neuen Bericht über die Risiken neuer Gentechnik-Verfahren (Gene-Editing), bei denen u.a. die Gen-Schere CRISPR-Cas zum Einsatz kommt. Der Bericht zeigt, dass diese Risiken bisher längst nicht ausreichend verstanden sind. Um zu erreichen, dass die gentechnisch veränderten Organismen ohne Zulassungsprüfung und Kennzeichnung freigesetzt und vermarktet werden dürfen, werden die neuen Methoden von den Betreibern aber meist als sicher präsentiert. Vor diesem unkontrollierten Einsatz warnt Testbiotech mit Nachdruck.