Tage der Agrarökologie
Ausstellung: Vielfalt statt Gentechnik
Im Rahmen der «Tage für Agrarökologie» kreieren wir einen offenen Raum, in dem wir zum Dialog über Vielfalt und Gentechnik einladen.
Für eine Welt ohne Gentechnik
IBAN: CH07 0900 0000 8000 0150 6
Schweizer Allianz Gentechfrei, 8032 Zürich
Die SAG beobachtet die Entwicklungen in der Nanotechnologie bei Lebensmitteln, Gebrauchsartikeln und in der Landwirtschaft seit Längerem kritisch. Ausführliche Informationen dazu auf der Unterseite Nanotechnologie.
Rinderhaltung in Südamerika. Bild: clipdealer
Seit Juni 2017 verhandelt die Schweiz im Rahmen der EFTA über ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay). Die Schweizer Exportwirtschaft erhofft sich dadurch einen besseren Zugang zu den Märkten in Südamerika. Dieneu gegründete Mercosur-Koalition, der SWISSAID, Alliance Sud, Schweizer Bauernverband, Fédération romande des consommateurs FRC, Schweizer Tierschutz STS, Public Eye, Brot für alle und Uniterre angehören, fordert, dass nicht einseitig die Interessen der Exportwirtschaft berücksichtigt werden, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien definiertwerden. Es sei auch darauf zu achten, dass Konsumentenschutz und sensible Landwirtschaftsprodukte nicht gefährdet werden. Das Abkommen habe auch Auswirkungen auf die Umwelt und auf Bauernfamilien – in den Mercosur-Staaten und in der Schweiz.
Gene Drive Mücken. Video von Testbiotech
Gene Drives ist ein neues Gentechnikverfahren, mit dem wilde Populationen manipuliert werden können. Das Prinzip ist simpel: Organismen werden so in ihren Genen manipuliert, dass sich der Prozess der gentechnischen Veränderung in jeder Generation von selbst wiederholt. So sollen sich die veränderten Gene möglichst rasch in der ganzen Population ausbreiten. Viel schneller, als dies bei der natürlichen Vererbung möglich wäre. Ein neues Video von Testbiotech veranschaulicht das Verfahren und die daraus entstehenden Gefahren.
Gene Drives als Gefahr für die Umwelt. Bild: Fotolia
Mehrere deutsche Organisationen haben in einem offenen Brief an Bundesumwelt-Ministerin Svenja Schulze ihre Bedenken gegenüber Organismen, die mit der „Gene Drive“-Technik gentechnisch verändert wurden, geäussert. Sie forderten wirksame Massnahmen gegen die unkontrollierte Ausbreitung dieser Organismen. In einer Antwort auf den Brief zeigt sich das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Sicherheit ebenfalls kritisch in der Thematik.
Nanotechnologische Produkte sind im Heilmittelgesetz nicht explizit erwähnt. Bild: de.wikipedia.org
Das Bundesamt für Gesundheit BAG informiert über Entwicklung von Heilmitteln, welche durch die Nanotechnologie beeinflusst sind. Das BAG fasst unter dem Begriff Heilmittel die Produktegruppen Arzneimittel und Medizinprodukte zusammen. Die gesetzliche Grundlage für solche Heilmittel bildet das Heilmittelgesetz (HMG). Nanotechnologische Produkte sind im HMG nicht explizit erwähnt. Verantwortlich für die Zulassung und die Überwachung von Heilmitteln in der Schweiz ist das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic. Im September 2018 haben Swissmedic und BAG das vom Bundesrat verabschiedete Heilmittelverordnungspaket IV (HMV IV) zur Vorạbinformation publiziert. Auch die Verordnung des Schweizerischen Heilmittelinstituts über die Anforderungen an die Zulassung von Arzneimitteln (Arzneimittel-Zulassungsverordnung, AMZV; Änderung vom 7. September 2018) enthält keinen expliziten Bezug zur Nanotechnologie.
Im Bereich Trockenheits-Toleranz hat die Gentechnik bisher keine Ergebnisse gebracht. Bild: Fotolia
In den vergangenen Monaten wurde vor allem über die Nutzung von neuen gentechnischen Verfahren diskutiert, mit der sich Abschnitte oder einzelne Bausteine aus dem Erbgut herausschneiden oder austauschen lassen. Die Studie „Keine Revolution auf dem Acker“ von Christoph Potthof (Gen-ethisches Netzwerk) befasst sich aber nicht mit diesen, sondern mit Pflanzen, die mittels klassischer Gentechnik verändert worden sind. Lange Zeit beschränkte sich die Agro-Gentechnik auf nur wenige Arten und Eigenschaften, sodass sie sich mit dem Motto „vier Pflanzen, vier Länder, zwei Eigenschaften“ passend beschreiben liess. Die Untersuchung geht der Frage nach, ob sich die Lage mehr als 20 Jahre nach dem ersten kommerziellen Anbau gentechnisch modifizierter Pflanzen wesentlich verändert hat.
Nigeria erntet mit 57 Mio Tonnen weltweit am meisten Maniok. Bild: Fotolia
In der Schweiz sind die Regulierungsstandards bei der Forschung mit gentechnisch veränderten Organismen hoch. Nicht so in Nigeria. Dort führt die ETH aktuell einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem Maniok durch. Bei der lokalen Bevölkerung stösst dies auf Widerstand. Kaum Informationen zu Umwelt- und Gesundheitssicherheit, keine Biosicherheitsforschung, die das Experiment begleitet: In der Schweiz oder in der EU wäre der Freisetzungsversuch der ETH und des International Institute of Tropical Agriculture Agriculture IITA mit gentechnisch verändertem Maniok wohl nie bewilligt worden.