Tage der Agrarökologie
Ausstellung: Vielfalt statt Gentechnik
Im Rahmen der «Tage für Agrarökologie» kreieren wir einen offenen Raum, in dem wir zum Dialog über Vielfalt und Gentechnik einladen.
Für eine Welt ohne Gentechnik
IBAN: CH07 0900 0000 8000 0150 6
Schweizer Allianz Gentechfrei, 8032 Zürich
Die SAG beobachtet die Entwicklungen in der Nanotechnologie bei Lebensmitteln, Gebrauchsartikeln und in der Landwirtschaft seit Längerem kritisch. Ausführliche Informationen dazu auf der Unterseite Nanotechnologie.
Gentechnisch veränderte Bäume lösen weltweit Widerstand aus. Bild: Stop GE Trees
Seit zwei Jahrzehnten wehren sich Land- und Forstwirte, Ökologen und Agronomen gegen den Anbau von gv-Bäume. Allein in den letzten Jahren haben rund eine halbe Million Menschen verschiedene Petitionen unterschrieben, die ein vollständiges Verbot gentechnisch veränderter Bäume fordern. Auch die Vereinten Nationen warnen vor den Gefahren von GE-Bäumen und der Forest Stewardship Council (FSC) schliesst die Zertifizierung von gv-Bäumen aus. Im Vorfeld einer Konferenz der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) zu Biotechnologie bei Bäumen rufen nun Organisationen aus allen Teilen der Welt zum gemeinsamen Widerstand gegen die Forschung und Entwicklung von gentechnisch veränderten Bäumen aufgerufen.

Auf den gesicherten Versuchsfeldern der Forschungsanstalt Agroscope im zürcherischen Reckenholz wird im Herbst 2019 gentechnisch veränderte Gerste ausgesät. Ein entsprechendes Gesuch des Instituts für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich wurde vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) am 12. Juni bewilligt. Die SAG bemängelt, dass der Versuch keinen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Schweizer Landwirtschaft leistet. Den Gerstenpflanzen, die nun auf der sogenannten „Protected Site“ in Zürich Reckenholz fünf Jahre lang kultiviert werden, wurde das Gen Lr 34 aus Weizen eingefügt. Dieses Gen verleiht eine partielle Resistenz gegen Pilzkrankheiten. Mit den Freisetzungsversuchen soll die Resistenz der transgenen Pflanzen unter Feldbedingungen überprüft werden. Wie das Gen genau wirkt, ist noch ungeklärt. Genau so wenig bekannt ist, welche unbeabsichtigten Nebenwirkungen das artfremde Gen auf die Eigenschaften der Empfängerpflanze hat.

Der Golden Rice verliert bei der Lagerung viel Beta-Carotin. Bild: GMWatch
Der gentechnisch veränderte Golden Rice enthält den Vitamin-A-Vorläufer Beta-Carotin. Doch im Vergleich zu Karotten und grünem Blattgemüse ist der Gehalt relativ bescheiden. Eine neue Studie indischer Wissenschaftler ergab zudem, dass das Beta-Carotin im Golden Rice während der Lagerung schnell zerfällt. Selbst bei einer Lagerung mit niedrigen Kühltemperatur von 4 Grad Celsius wurde das Beta-Carotin innert 6 Monaten um 68-79% abgebaut. Bei einer normalen asiatischen Durchschnittstemperatur von 25 Grad war der Abbau sogar noch höher - etwa 80-84%. Auch beim Kochen wurde das Beta-Carotin um etwa 17-24% abgebaut.
Das Video der SAG und SWISSAID über die Risiken von Genedrives. Quelle: SWISSAID/Youtube
"Gene Drives" sollten mit grösster Vorsicht behandelt werden, fordern internationale Wissenschaftler in einem umfassenden Bericht, der am 24. Mai in Bern vorgestellt wurde. Dieses neue Verfahren der Biotechnologie sei wegen gravierenden Unsicherheiten auf wissenschaftlicher, technischer und praktischer Ebene und aufgrund ihrer Funktionsweise nicht einsatzfähig, folgern die Studienautoren.
Bakterienkolonie in einer Petrischale, Bild: Clipdealer
Ein Forscherteam in Grossbritannien hat ein Bakterium mit dem bislang grössten künstlich hergestellten Genom erschaffen. Mithilfe der Genschere CRISPR und chemischer Synthetisiermaschinen hat die Arbeitsgruppe um den Biochemiker Jason Chin vom Medical Research Council Laboratory of Molecular Biology in Cambridge die ursprüngliche genetische Information in einem Kolibakterium nach und nach durch synthetisch hergestellte DNA-Sequenzen ersetzt, die am Computer zusammengestellt wurden. Das so entstandene Designer-Bakterium, das Syn61 genannt wird, besitzt ein vollständig synthetisches Genom, berichten die Forscher in der renommierten Fachzeitschrift Nature.
GV-Flachs verunreinigt die gentechnikfreie Produktion in Kanada
Einmal in die Umwelt freigesetzt, sind gentechnisch veränderte Organismen (GVO) kaum aufzuhalten oder zu kontrollieren. Ungewollte Verunreinigungen von GVO-freien Betrieben können praktisch nicht verhindert werden. Zu diesem Fazit kommt ein Bericht des Canadian Biotechnology Action Network (CBAN), eine kanadische Nichtregierungsorganisation, die der Gentechnologie kritisch gegenübersteht. In Kanada werden GVOs seit fast zweieinhalb Jahrzehnten kommerzialisiert. Der neu veröffentlichte Bericht fasst das erste Mal alle GV-Ausbreitungs- und Kontaminationsfälle in Kanada zusammen. Er zeigt, dass in dieser Zeit zahlreiche gentechnisch modifizierte Organismen, u.a. Raps, Flachs, Weizen und sogar Schweine, versehentlich in die konventionelle und ökologische Produktion gelangt sind.