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Geplante oder auch programmierte Obsoleszenz: Obsoleszenz bedeutet Veralterung. Die Geplante Obsoleszenz ist ein Mittel der Industrie, die Wirkungs- oder Funktionsdauer eines Produkts geplant zu begrenzen. Ein bekanntes Beispiel für die beabsichtigte Verkürzung der Lebensdauer von Produkten sind Drucker und Druckerpatronen, die das Ende ihrer Lebensdauer oft nicht nach tatsächlichem Verbrauch oder tatsächlicher Nutzung erreichen, sondern nach einem vom Hersteller festgelegten Zeitraum oder einer bestimmten Seitenzahl.

Die Grüne Revolution ist die Bezeichnung für die in den 1960er Jahren einsetzende Umstellung der Landwirtschaft auf moderne Produktionsmethoden, um die Ernährung der stark wachsenden Bevölkerung sicherzustellen. Es erfolgte vor allem eine Umstellung auf Hochleistungssaatgut und Monokulturen, der Einsatz mineralischer Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Bewässerung. Damit konnten die Erträge besonders in Indien und anderen Entwicklungsländern enorm gesteigert werden, aber es zeigten sich auch vielen negativen Folgen dieser Produktionsweise. Zum Beispiel ein drastischer Rückgang der Sortenvielfalt, eine erhöhte Anfälligkeit für Schädlingsbefall in den Monokulturen und die Zerstörung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit durch die künstliche Düngung. Für die Landwirte führte sie auch zu einer erhöhten Abhängigkeit von den Produkten der agrochemischen Konzernen.

Glyphosat ist der weltweit und auch in der Schweiz am weitesten verbreitete Herbizid-Wirkstoff. Das bekannteste Unkrautvernichtungsmittel mit diesem Wirkstoff ist «Roundup» des US-Konzerns Monsanto. Im Sommer 2015 erklärte die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Krebsforschungsagentur IARC, Glyphosat sei «wahrscheinlich krebserregend». Ein neues Gutachten der europäischen Chemikalienagentur Echa in Helsinki, stufte Glyphosat Anfang 2017 als nicht krebserregend ein. Dies widerspricht den Warnungen von über 90 unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in einem offenen Brief an die EU-Kommission versicherten, dass die Bewertung der IARC die Ergebnisse der wissenschaftlichen Literatur über Glyphosat widerspiegle. Die Europäische Kommission muss entscheiden, ob sie Glyphosat für die nächsten zehn Jahre in Europa wieder zulassen soll. In der Schweiz engagiert sich das Komitee «future 3.0» für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide und hat dafür eine Initiative gestartet.

Externer Link: Die Initiative

Als gentechnisch verändert zählen nach Schweizer Recht jene Organismen, deren «genetisches Material so verändert worden ist, wie dies unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt». Gentech-Pflanzen benötigen aus Sicherheitsgründen für die Freisetzung eine explizite Bewilligung. Es muss zum Beispiel sichergestellt sein, dass sie die biologische Vielfalt nicht beeinträchtigen und sich oder ihre Eigenschaften sich nicht in unerwünschter Weise verbreiten. Solche Risikoabklärungen dauern für die Hersteller lange und sind teuer. Deshalb fordert die Gentech-Lobby, dass Pflanzen, die mit den neuen gentechnischen Verfahren hergestellt werden, nicht als Gentech-Pflanze betrachtet werden und somit nicht dem Gentechnikgesetz unterstellt sind.

Externer Link: Gentechnikgesetz

Die SAG lancierte im Jahre 2002 mit ihren Partnerorganisationen die Gentechfrei-Initiative. Auslöser war die Debatte zur Gen-Lex (später Gentechnikgesetz). Alle Anläufe für ein Gentechnikgesetz liefen im Parlament ins Leere. Einen Teil dieser Debatte hat der Dokumentarfilm «Mais im Bundeshuus» nachgezeichnet und die grüne Nationalrätin und damalige SAG-Präsidentin Maya Graf berühmt gemacht. Die Gentechfrei-Initiative forderte ein Anbaumoratorium von fünf Jahren. Die Initiative kommt 2005 zur Abstimmung und wird mit 55,7 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Dieses Moratorium wurde inzwischen dreimal verlängert.

Gemäss einer Befragung für die Univox-Umwelt-Studie aus dem Jahre 2015, nehmen fast drei Viertel (70 Prozent) der Befragten die Gentechnik in der Lebensmittelherstellung als Gefahr war. Dabei erachten Westschweizer (74 Prozent), Frauen (75 Prozent), Personen zwischen 40 und 64 Jahren (73 Prozent) und Personen mit niedrigem Einkommen bis 4000 Franken (78 Prozent) Gentechnik in Lebensmitteln besonders häufig als Gefahr. Bezüglich Parteizugehörigkeit zeigt sich, dass Sympathisanten der SVP die Gentechnik ebenso häufig als grosse Gefahr betrachten wie jene der GLP (jeweils 71 Prozent). Nur Sympathisanten von der SP und den Grünen erachten die Gefahr von Gentechnik als noch grösser.

Externer Link: Univox-Umwelt-Studie 2015

Am 25. Oktober 1993 wurde die Volksinitiative «zum Schutz von Leben und Umwelt vor Genmanipulation» – kurz die Gen-Schutz-Initiative – in Bern eingereicht. Ihr Inhalt war ein breit abgestützter Kompromiss innerhalb der kritischen Verbände. 70 Organisationen hatten sich aktiv an der Sammlung der Unterschriften beteiligt.
Die Gen-Schutz-Initiative wollte die Regelung der Gentechnologie im aussermenschlichen Bereich thematisch differenziert ausführen. Um Missbräuche der Gentechnologie an Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen zu verhindern, sollten wirtschaftliche, ökologische und ethische Grenzüberschreitungen der Gentechnologie an Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen verboten (Patentierung, Freisetzung, Genmanipulation an Tieren), die industrielle Produktion (Pharmasektor etc.) im Rahmen einer Gesetzgebung möglichst ganzheitlich begutachtet und die molekularbiologische Forschung Sicherheitsauflagen unterstellt, aber kaum behindert werden.

Die Argumente des Initiativkomitees
Über 100 Verbände unterstützten die Gen-Schutz-Initiative. Ihre Argumente haben sie an einer Pressekonferenz im Januar 1998 wie folgt dargestellt:
— Die Respektierung ethischer Grenzen durch Verzicht auf Genmanipulation am Tier
— Die Vermeidung ökologischer Risiken und den Schutz naturnaher Landwirtschaft durch Verzicht auf Freisetzungen von genmanipulierten Pflanzen und Mikroorganismen
— Den Schutz der Bevölkerung vor ungewolltem oder er zwungenem Konsum von genmanipulierten Lebensmitteln durch strenge Zulassungskriterien
— Ein Gegengewicht gegen reines Profitstreben durch Aufnahme des (auf Gesetzesebene) bestehenden Patentierungsverbotes für Pflanzen und Tiere in die Verfassung

Deutliche Ablehnung
Die Ernüchterung war gross am 7. Juni 1998: Nur ein Drittel der Bevölkerung stimmte Ja. Die 35 Millionen Franken teure Gegenkampagne der Gegnerinnen und Gegner verfehlte ihre Wirkung nicht. Wie die Vox-Analyse festhielt, galt das Nein in erster Linie der Einschränkung von Forschung im medizinischen Bereich durch das geforderte Verbot der Produktion transgener Tiere.